Mittwoch, 23. August 2017

Faktencheck: Forsa-Studie zeigt: So gesund leben die Deutschen

MedDEV News. Es muss nicht unbedingt das Fitnessstudio sein: Wie stark die Deutschen auf verschiedene Methoden einer gesundheitsbewussten Lebensweise setzen, zeigt eine repräsentative forsa-Studie im Auftrag von CosmosDirekt, dem Direktversicherer der Generali in Deutschland. Wenn es um eine gesundheitsbewusste Lebensführung geht, sind Frauen den Männern leicht voraus. 

Kleine Workouts mit großer Wirkung 
Den ganzen Tag vor dem Rechner sitzen und "einrosten" - das kommt für die meisten Deutschen nicht infrage. Im Gegenteil: Bewegung spielt im Alltag eine große Rolle. Laut Studie nimmt die überwiegende Mehrheit (81 Prozent) öfter mal die Treppe statt des Aufzugs. Frauen liegen dabei leicht in Führung (84 Prozent) vor den Männern (79 Prozent). 

Bewusste Ernährung hält fit 
Frische Lebensmittel verwenden, viel Wasser trinken und auf Fett verzichten: Eine ausgewogene Ernährung ist zentraler Bestandteil einer gesunden Lebensweise. Zur Unterstützung hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung zehn Regeln formuliert, die dabei helfen sollen, genussvoll und gesund zugleich zu essen. Der forsa-Studie zufolge sehen das vor allem Frauen so: 86 Prozent geben an, sich überwiegend gesund zu ernähren. Bei den Männern sind es 72 Prozent. 

Sport als Ergänzung 
Neben ausreichend Bewegung im Alltag und gesunder Ernährung sollte auch der Sport nicht zu kurz kommen. Mehr als die Hälfte der Deutschen (57 Prozent) gibt an, regelmäßig Sport zu treiben. Dabei begegnen sich Frauen und Männer auf Augenhöhe: Mit 58 Prozent der Männer und 56 Prozent der Frauen sind beide Geschlechter etwa gleich aktiv. Besonders sportbegeistert sind die 18- bis 29-Jährigen. Zwei Drittel (67 Prozent) dieser Altersgruppe trainieren nach eigenen Angaben regelmäßig. 

Regelmäßige Gesundheits-Check-ups sind wichtig 
"Gesund sein und es auch bleiben" - dieses Motto steht bei Frauen deutlich höher im Kurs als bei Männern: An Vorsorgeuntersuchungen nehmen fast vier von fünf Frauen (78 Prozent) teil, Männer haben demgegenüber mit 51 Prozent noch Nachholbedarf. Regelmäßige Check-ups sind wichtig, um mögliche Krankheiten frühzeitig erkennen und behandeln zu können bzw. chronischen Erkrankungen vorzubeugen.

Bonus-Programme motivieren zu gesundheitsbewusstem Leben 
Manche Krankheiten - etwa Herz-Kreislauf-Leiden - erhöhen das Risiko eines vorzeitigen Todes, gesundheitsfördernde Maßnahmen und Vorsorgeuntersuchungen können dieser Gefahr entgegenwirken. Zusätzliche Motivation bieten immer mehr Versicherer durch Produkte, mit denen man finanzielle- und gesundheitliche Vorsorge verbinden kann. 
  


Dienstag, 22. August 2017

Apothekenzahl sinkt auf 30-Jahres-Tief

MedDEV News (statista). Es gibt immer weniger Apotheken in Deutschland. Wie ein aktueller Bericht des Deutschen Apothekerverbands (DAV) zeigt, betrug die Anzahl der Apotheken zur zweiten Jahreshälfte 2017 nur noch 19.880. Das ist der niedrigste Stand seit 30 Jahren. 

Wie die Grafik von Statista zeigt, waren bis zur Jahrtausendwende noch viele neue Apotheken eröffnet worden. Seitdem sinkt die Anzahl jedoch. Vor allem viele selbstständige Apothekeninhaber mussten in letzter Zeit dichtmachen - ihre Zahl verringerte sich im ersten Halbjahr 2017 um 209. 

„Immer mehr Apothekeninhaber geben auf. Es tut weh, wenn selbständige Apotheker entweder wirtschaftlich dazu gezwungen sind oder einfach keine pharmazeutische Perspektive mehr sehen“, sagte Friedemann Schmidt, der Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA). Von ehemals 20.000 Inhabern seien heute nur noch weniger als 15.400 Selbstständige geblieben.


Dienstag, 15. August 2017

Sparen auf Kosten der Patientensicherheit? Deutsche Krankenhausapotheker für Stationsapotheker

MedDEV News. Die ADKA (Bundesverband Deutscher Krankenhausapotheker e.V.) hält im Gegensatz zur niedersächsischen Krankenhausgesellschaft die verpflichtende Einführung des Stationsapothekers zur Verbesserung der Patientensicherheit im Krankenhaus für unerlässlich.

Das Gewinnstreben der Krankenhäuser darf nicht zu Lasten der Patienten gehen. Das Krankenhaus hat die Pflicht, den Patienten die beste Behandlung und Pflege zukommen zu lassen. Nirgendwo in Europa gibt es so wenig Apotheker in Krankenhäusern wie in Deutschland. 

Von ca. 50.000 Apothekern in Deutschland sind nur 2.000 Apotheker in den Krankenhäusern angestellt. Während in Großbritannien im Durchschnitt 4,4 Apotheker pro 100 Betten im Krankenhaus beschäftigt sind, hat Deutschland weniger als 0,4. 

50.000 aktive Apotheker in Deutschland

1.600 Pharmazeuten, die jährlich das Studium erfolgreich abschließen, und ca. 50.000 aktive Apotheker in Deutschland entlarven das Argument der Krankenhausgesellschaft, nicht ausreichend Apotheker finden zu können. 180 Apotheker in drei Jahren wären nicht einmal 4% der Studienabgänger, die ein extrem hohes Interesse an klinikscher Pharmazie haben.

Die ADKA unterstützt nachdrücklich die Meinung der niedersächsischen Apothekenkammer, die unmissverständlich die Einführung des Stationsapothekers in den niedersächsischen Kliniken fordert. Nach den Pflegemorden in Delmenhorst ist das ein längst überfälliger Schritt zum Schutz der Patienten im Krankenhaus - übrigens nicht nur für Niedersachsen.

Ein Apotheker pro 300 Betten 

Der Hochrisikoprozess der Arzneimitteltherapie im Krankenhaus bedarf als Fachmann den Krankenhausapotheker auf Station. Diese Forderung als aktiver Patientenschutz steht auch in den European Statements of Hospital Pharmacy, die einen breiten Konsens von Patienten über Pflegende, Ärzte und Apotheker darstellt.

Der geplante Gesetzentwurf sieht vor, dass zukünftige Stationsapotheker im Wesentlichen zu Fragen der Arzneimitteltherapie bei Aufnahme und Entlassung, der Anwendung und des Verbrauchs von Arzneimitteln und apothekenpflichtigen Medizinprodukten sowie der Einhaltung der arzneimittelrechtlichen Bestimmungen beraten. Stationsapotheker sollen die Weiterbildung zum "Fachapotheker für Klinische Pharmazie" absolviert haben. 

Innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten des geplanten Gesetzes ist in jedem Krankenhaus in Niedersachsen sicherzustellen, dass die Krankenhausapotheke in hinreichendem Verhältnis zur Anzahl der Betten Stationsapotheker als präsente Beratungsperson auf den Stationen und in den Funktionsbereichen einsetzt. 

Konkret: Pro 300 Betten soll es zukünftig mindestens einen Stationsapotheker geben. 

Aus den Erfahrungen der europäischen Nachbarländer gilt es hier ebenso zu lernen wie aus anderen Risikoprozessen, nur präventiv lassen sich Schäden vermeiden und Risiken minimieren.